Multiple Kompetenz
Obgleich der Kompetenzbegriff in der beruflichen Bildung relativ neu ist, spiegelt er doch das alte Bemühen wider, mit Hilfe wechselnder Begrifflichkeiten (z. B. Bildung, Intelligenz, Qualifikation) die Grundlagen und Einflussfaktoren von (beruflicher) Leistung wissenschaftlich fassbar zu machen. Die Einführung und theoretische Abgrenzung einer neuen Begrifflichkeit bietet die Möglichkeit, Erkenntnisse, die im Rahmen der Forschung zu inhaltlich verwandten Konstrukten gewonnen wurden, wo möglich zu übertragen und in das neue Konzept zu integrieren.
Felix Rauner (ITB-Forschungsberichte Nr. 14) hat in Anlehnung an Howard Gardner und dessen Konzept der multiplen Intelligenz den Begriff der multiplen Kompetenz eingeführt. Dabei stützt er sich auf Ergebnisse der Expertiseforschung und der berufswissenschaftlichen Qualifikationsforschung die zeigen, dass berufliche Kompetenzen domänenspezifisch ausgeprägt sind und ihnen nicht eine universelle und einfach transferierbare Kompetenz zu Grunde liegt.
Im Kolloquium soll diskutiert werden, ob und inwiefern dieser Ansatz dem Kompetenzverständnis der Teilnehmer entspricht bzw. wo Möglichkeiten und Grenzen bei der Übertragung des Konzepts der multiplen Intelligenz auf den Kompetenzbegriff gesehen werden.
Moderation:
Johannes Rosendahl (ITB, Universität Bremen)
Referenten:
Prof. Dr. Felix Rauner (ITB, Universität Bremen)
Prof. Dr. Gerald A. Straka (ITB, Universität Bremen)
Termin:
Mittwoch, 14. Dezember 2005, 15.00 – 17.00 Uhr
Ort:
Institut Technik und Bildung, Am Fallturm 1 (Eingang A), Raum 2.07
