Wissenschaft und Politik oder der politische Verbrauch von Forschung
In einer komplexer werdenden Gesellschaft kommt der wissenschaftlichen Forschung eine entscheidende Rolle für die Begründung von politischen Entscheidungen zu. Sucht man Belege für die Wirkung in der Praxis, ergibt sich ein differenziertes Bild. Die Inhalte wissenschaftlicher Forschung werden immer weniger aus dem Wissenschaftssystem heraus definiert. Vielmehr werden sie in Forschungsprogrammen des Bundes (oder der EU) festgelegt und auf Basis von Förderprogrammen in Form von Drittmittelprojekten finanziert. In dem politischen Entscheidungsprozess erfüllen die Forschungsergebnisse dann die zusätzliche Funktion der Legitimation politischen Handelns, eine Funktion, die ihren Einfluss auf Politik relativiert und den der außerwissenschaftlichen Faktoren eher verdeckt denn offenlegt.
Abschließend soll diskutiert werden, welche Möglichkeiten wissenschaftliche Institute haben, mit den (staatlich) nachgefragten und den nicht nachgefragten Ergebnissen von Forschung in einen gesellschaftlichen Dialog zu treten, verbunden mit dem Ziel, ihrerseits ihren Wert für die Gesellschaft aufzuzeigen.
Moderation:
Dr. Rainer Bremer
(ITB, Universität Bremen)
Referenten:
Dr. Rainer Bremer, Albert Grützmann
(beide ITB, Universität Bremen)
Termin:
Mittwoch, 15.12.2010, 15:00–17:00Uhr
Ort:
Institut Technik und Bildung
Am Fallturm 1 (Eingang A), Raum 2.07
