ITB-Forschungsberichte 2004
Nr. 14–17 (Zusammenfassungen)
Nr. 17/2004: Die Berufsbildung im Berufsfeld Eektrotechnik/Informatik vor grundlegenden Weichenstellungen?
Autor:
Felix Rauner
Zusammenfassung:
Die industriellen und handwerklichen Elektroberufe wurden 2003, nach 31 Jahren, neu geordnet. Die drei grundlegenden Neuheiten sind
- die Abkehr von einem fachsystematischen Ausbildungskonzept,
- die Orientierung der Lehr-/Lerninhalte am Arbeitsprozesswissen bzw. an den für die Berufe bedeutsamen Arbeitssituationen und
- ein erster Schritt zu einem ausbildungsbegleitenden Assessment (gestreckte Prüfung).
Mit der Beibehaltung einer Vielzahl von Berufen, die sich in ihren Ausbildungsinhalten vielfältig überlappen, hat dieses Neuordnungsprojekt eines seiner zentralen Ziele verfehlt, breitbandige Kernberufe einzuführen. Dagegen wurde ein erster Schritt getan, die traditionelle Struktur der aufeinander aufbauenden, theoretisch ausgerichteten Grundbildung und der anwendungsbezogenen Fachstufen durch eine Lernfeldstruktur abzulösen. Die Chancen für eine enge Verzahnung des Lernens im Arbeitsprozess und des schulischen Lernens sind mit dieser Neuordnung erkennbar gestiegen.
Der Forschungsbericht 17/2004 kann unter folgender Adresse als pdf-Datei herunter geladen werden:
http://www.itb.uni-bremen.de/fileadmin/Download/publikationen/forschungsberichte/fb_17_04.pdf
Nr. 16/2004: Curriculumanalyse der neuen Elektroberufe - 2003
Autor:
Waldemar Bauer
Zusammenfassung:
Am 01. August 2003 sind nach dreijähriger Ordnungsarbeit die neuen Ausbildungsberufe im Berufsfeld Elektrotechnik in Kraft getreten. Ein zentrales Ziel der Neuordnung war die Schaffung von »neuen« Berufen für Hersteller, Anwender und Betreiber elektrotechnischer Systeme. Neben der Modernisierung bestehender Berufsbilder wurden auch neue Industrieberufe in der Gebäudesystemtechnik und Industrieinformatik sowie im Handwerk in der Automatisierungs- und Gerätetechnik geschaffen. Im Rahmen einer Curriculumanalyse werden die neuen Elektroberufe im Hinblick auf die Schneidung der Berufe und den zugrunde liegenden curricularen Gestaltungskriterien, insbesondere Kompetenz- und Arbeitsprozessorientierung, untersucht. Die Analyse zeigt, dass der Anspruch, die Curricula inhaltlich stärker auf die Geschäfts- und Arbeitsprozesse zu beziehen und die zur Berufsausübung benötigten Kompetenzen zu beschreiben, in den Curricula zwar prinzipiell zu beobachten ist, die Umsetzung der Leitprinzipien aber nicht durchgängig gelungen ist. Dies liegt vor allem daran, dass keine präzise Konzeptualisierung des jeweiligen beruflichen Handlungsfeldes bzw. der Arbeitsprozesse vorliegt und dem Prozess der Curriculumentwicklung eine berufswissenschaftliche Qualifikationsforschung und somit ein empirisches Fundament fehlt. Die Analyse zeigt, auch dass die inhaltliche Abstimmung beider Curricula durch die Einführung der neuen Zeitrahmen zwar verbessert wurde, aber nicht immer die Ausbildungsinhalte und -gegenstände sich auf ein gemeinsames Referenzsystem beziehen.
Der Forschungsbericht 16/2004 kann unter folgender Adresse als pdf-Datei herunter geladen werden:
http://www.itb.uni-bremen.de/fileadmin/Download/publikationen/forschungsberichte/fb_16_04.pdf
Nr. 15/2004: Informal learning: genealogy, concepts, antagonisms and questions
Autor:
Gerald A. Straka
Zusammenfassung:
Zum Ende der vierziger Jahre propagierte die UNESCO die »informelle Bildung«.Inzwischen ist vom »informellen Lernen« die Rede, das gegenwärtig in der europäischen und nationalen Bildungspolitik einen hohen Stellenwert annimmt. Unter »informellem Lernen« wird jedoch äußerst Unterschiedliches verstanden, sodass zur Strukturierung ein allgemeiner Lernbegriff eingeführt wird. Er geht vom Individuum als dem Dreh- und Angelpunkt des Lernens aus und berücksichtigt systematisch die sozio-kulturell geformten Umgebungsbedingungen. Aus dieser Perspektive sind »Formalität« und »Informalität« in den Bedingungen außerhalb des Individuums zu verorten, die gekennzeichnet sind durch: »Ausmaß pädagogischen Arrangements«, »Zertifizierung« und »öffentlich-rechtliche Regulierungen«. Diese Sichtweise wird gestützt, wenn diese drei Kennzeichen mit explizitem, implizitem und zufälligem Lernen in Beziehung gesetzt werden. Informelles Lernen ist insofern eine Metapher, die ein gravierendes Problem in sich birgt: der Mangel an systematischen empirischen Befunden, die valide belegen, warum, wo, wann, wie und was unter informellen Bedingungen gelernt wird.
Der Forschungsbericht 15/2004 liegt in englischer Sprache vor und kann unter folgender Adresse als pdf-Datei herunter geladen werden:
http://www.itb.uni-bremen.de/fileadmin/Download/publikationen/forschungsberichte/fb_15_04.pdf
Ein Review des Textes finden Sie unter:
http://www.elearning-reviews.org/authors/straka-gerald-a/
Nr. 14/2004: Praktisches Wissen und berufliche Handlungskompetenz
Autor:
Felix Rauner
Zusammenfassung:
Die arbeitsorientierte Wende in der Didaktik beruflicher Bildung hebt die "bedeutsamen" beruflichen Arbeitssituationen und das darauf bezogene Arbeitsprozesswissen als Dreh- und Angelpunkt für die Gestaltung beruflicher Bildungsgänge und prozesse hervor. Die Dramatik dieses Perspektivwechsels besteht nicht nur in der Abkehr von einer fach- und wissenschaftssystematischen Didaktik, sondern in der entwicklungstheoretisch begründeten Ausarbeitung einer beruflichen Didaktik für die Berufsbildungspraxis und die Berufsbildungsplanung. Für die gestaltungsorientierte Didaktik beruflicher Bildung, die diese Wende frühzeitig vollzogen hat, geht es in diesem Zusammenhang um eine Ausdifferenzierung der Wissenskategorie, vor allem unter dem Aspekt des praktischen Wissens und der praktischen Begriffe und auch als Grundlage für eine domänenspezifische Berufsbildungsforschung.
Der Forschungsbericht 14/2004 kann unter folgender Adresse als pdf-Datei herunter geladen werden:
http://www.itb.uni-bremen.de/fileadmin/Download/publikationen/forschungsberichte/fb_14_04.pdf
