ITB-Forschungsberichte 2011
(Zusammenfassungen)
Nr. 51/2011: Effekte personaler, schulischer und betrieblicher Bedingungen auf berufliche Kompetenzen von Bankkaufleuten während der dualen Ausbildung: Ergebnisse einer dreijährigen Längsschnittstudie
Autoren:
Johannes Rosendahl, Gerald A. Straka
Zusammenfassung:
Während die Frage nach Determinanten von Lernleistungen im Bereich des allgemein- bildenden Schulsystems bereits umfangreich erforscht wurde, liegen für die deutsche duale Berufsausbildung nur wenige Befunde vor. Daher wurde untersucht, in welchem Ausmaß sich ausgewählte schulische sowie betriebliche Bedingungen im Verlauf der Ausbildung angehender Bankkaufleute für die Entwicklung beruflicher Fachkompetenz als lernförderlich erweisen und welche Bedeutung potentiell lernrelevanten kognitiven, affektiven sowie motivationalen Merkmalen zukommt. Die berücksichtigten Konstrukte wurden auf der Grundlage theoretischer Überlegungen und empirischer Befunde in einem Rahmenmodell verknüpft und die hieraus abgeleiteten Hypothesen anhand von Daten einer dreijährigen Längsschnittstudie mit 456 Auszubildenden für den ersten und zweiten Teil der Berufsausbildung geprüft. Personale, betriebliche und schulische Bedingungen wurden über Tests und Fragebögen erfasst und allgemein- sowie bankwirtschaftliche Kompetenzen zur Mitte und am Ende der Ausbildung getestet. Obwohl nur einzelne schulische Kontextbedingungen direkt auf wirtschaftliche Kompetenzen wirken, sind alle erhobenen Bedingungen in Berufsschule und Ausbildungsbetrieb vermittelt über affektive Merkmale (Erlebnisqualitäten) verknüpft mit verschiedenen Motivationsformen, die ihrerseits im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Kompetenzen stehen. Letztere werden jedoch in stärkerem Maße durch kognitive Merkmale beeinflusst, wobei im Vergleich zu bereichsunspezifischen Eingangsvoraussetzungen wie der kognitiven Grundfähigkeit zwischenzeitlich aufgebaute wirtschaftliche Kompetenzen die nachfolgenden Testergebnisse besser vorhersagen. Auf der Grundlage des empirisch weitgehend bestätigten Rahmenmodells lassen sich unter Bezug auf die berücksichtigten Konstrukte Hinweise für eine lernförderliche Gestaltung der Berufsausbildung ableiten.
Der Forschungsbericht 51/2011 kann unter folgendem Link für die Online-Referenz als pdf-Datei herunter geladen werden: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:46-00102039-12
Nr. 50/2011: Learning with worked-out problems in Manufacturing Technology: The effects of instructional explanations and self-explanation prompts on acquired knowledge acquisition, near and far transfer performance
Autoren:
Chee Sern Lai, Georg Spöttl, Gerald A. Straka
Zusammenfassung:
In der vorliegenden Untersuchung wurden zwei unterschiedliche Lehrmethoden – instruktionale Erklärung und Aufforderung zur Selbsterklärung – angewandt auf das Lernen mit Lösungsbeispielen in einer computergestützten Lernumgebung, die thematisch im Bereich der Fertigungstechnik angesiedelt ist. Die computergestützte Lernumgebung bestand aus einer vom Autor erstellten Lernsoftware, die mit Macromedia Authorware entworfen und entwickelt wurde. Hauptziel der Studie war ein Vergleich der Effekte beider Lehrmethoden auf die Aneignung von Sachwissen sowie die Leistung beim nahen und weiten Transfer. Außerdem wurden die Auswirkungen von Gegenstandsinteresse auf die zuvor genannten Kriterien untersucht und die Beziehungen zwischen Gegenstandsinteresse, mentaler Anstrengung und Lern- ergebnissen.
Insgesamt wurden 76 Studierende im zweiten Jahr ihres Studiums an der Fakultät für Technische Bildung, Universität Tun Hussein Onn Malaysia (UTHM), nach dem Zufalls- prinzip in drei Gruppen aufgeteilt: Selbsterklärungsaufforderung (SE: n = 25), instruktionale Erklärung (IE: n = 25) und Kontrollgruppe (n = 26). Mit Pre- und Post-Tests wurden die Aneignung von Sachwissen sowie die nahe und weite Transfer- leistung erhoben. Gegenstandsinteresse und mentale Anstrengung wurden mit dem Topic Interest-Fragebogen und dem NASA-TLX gemessen. Das Statistik-Paket für die Sozialwissenschaften (SPSS) wurde verwendet, um die Hypothesen an den gesammelten Daten zu prüfen. Die Hypothesenprüfung erfolgte mittels quantitativ statistischer Auswertungsverfahren (Korrelation, Varianzanalyse).
Der Forschungsbericht 50/2011 kann unter folgendem Link für die Online-Referenz als pdf-Datei herunter geladen werden: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:46-00102020-10
