Mit einem vom Bundesministerium für Arbeit sowie den Ländern Bremen und Niedersachsen geförderten Modellprojekt entwickeln der Arbeitgeberverband Stahl e. V., die IG Metall und große Unternehmen der Stahlbranche – darunter ArcelorMittal Bremen, Salzgitter AG, Thyssenkrupp Steel, Georgsmarienhütte Holding und Stahl-Holding Saar – gemeinsam mit dem Institut für Forschung, Training und Projekte (iftp) und dem Institut Technik und Bildung (ITB) ein bundesweit anschlussfähiges Fortbildungssystem.
Das neue System eröffnet beruflich Qualifizierten attraktive Karrierewege in drei aufeinander aufbauenden Fortbildungsstufen:
- Stufe 1: Geprüfte/-r Berufsspezialist/-in in den Fachrichtungen Stahlerzeugung, Weiterverarbeitung/Veredelung sowie in den Instandhaltungsprofilen Metall- und Elektrotechnik.
- Stufe 2: Auf Bachelor-Niveau angesiedelte Abschlüsse mit zwei möglichen Entwicklungspfaden – Führungslaufbahn und Fachlaufbahn.
- Stufe 2a: Bachelor Professional Geprüfte/-r Industriemeister/-in; künftig als ein gemeinsames Meisterprofil, modularisiert in vier Technikbereiche.
- Stufe 2b: Bachelor Professional Fachexpertin/Fachexperte Produktionstechnische Prozesse.
- Stufe 3: Geplante Abschlüsse als Master Professional Technische/-r Prozessmanager/-in beziehungsweise Technische/-r Produktmanager/-in.
Derzeit entwickeln das Projektteam und betriebliche Expertinnen und Experten gemeinsam die Inhalte und Regelungen der Fortbildungen. Ziel ist, bundesweit anerkannte Fortbildungsprüfungen der Industrie- und Handelskammern zu ermöglichen.
Ein weiterer zentraler Baustein ist ein digitales Lehr- und Lernkonzept, welches federführend vom ITB in Zusammenarbeit mit dem iftp und den beteiligten Unternehmen erarbeitet wird. Es soll Beschäftigten in der Stahlindustrie künftig ein bundesweit verfügbares Lernangebot zur Vorbereitung auf die Fortbildungsprüfungen bieten.
Das Vorhaben wird von einem Beirat begleitet, welcher am 29. Juni tagte. In dem Beirat arbeiten Vertreterinnen und Vertreter der Sozialpartner, der Stahlunternehmen, des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), der Bundesagentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammern sowie der Fördermittelgeber aus Bund und Ländern zusammen.