PoR – Poetiken des Widerstands und der Hoffnung: Poetische/Ästhetische Widerstandsformen marginalisierter Communities in Deutschland

Das Projekt „Poetries of Resistance and Hope“ untersucht poetische und audiovisuelle Ausdrucksformen marginalisierter, insbesondere von Rassismus und Ableismus betroffener Communities in Deutschland. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern Gedichte, Spoken Word Performances sowie Audio- und Videoinstallationen, insbesondere in digitalen und sozialen Medien, als Bildungsräume der Verweigerung, des Widerstands, der Hoffnung und der Imagination alternativer Gegenwarten und Zukünfte verstanden werden können. Ziel des Projekts ist es, diese medialen und ästhetischen Praktiken als Formen gesellschaftlicher Auseinandersetzung sichtbar zu machen und ihre hegemoniekritischen Bildungspotenziale zu untersuchen. Hierzu wird ein Text- und Bildarchiv aufgebaut und ausgewähltes Material diskursanalytisch untersucht. Zugleich dient die Studie der Entwicklung empirischer und konzeptioneller Grundlagen für ein weiterführendes Drittmittelprojekt.

Vor dem Hintergrund des Erstarkens autoritärer und extrem rechter gesellschaftlicher Kräfte sowie zunehmender rassistischer, ableistischer und weiterer diskriminierender Diskurse und Praktiken untersucht „Poetries of Resistance and Hope“ die Bedeutung ästhetischer Ausdrucksformen marginalisierter Communities als gesellschaftspolitische Bildungsräume.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Annahme, dass Bildung nicht ausschließlich in institutionalisierten pädagogischen Kontexten stattfindet. Auch Gedichte, Spoken Word Performances, audiovisuelle Installationen und Beiträge in sozialen Medien können Räume eröffnen, in denen gesellschaftliche Verhältnisse interpretiert, dominante Ordnungen infrage gestellt und alternative Formen des Zusammenlebens imaginiert werden. Poetische und ästhetische Praktiken werden damit nicht allein als kulturelle Ausdrucksformen, sondern als mögliche Artikulationsformen von Verweigerung, Widerstand, Hoffnung und gesellschaftlicher Zukunftsgestaltung betrachtet.

Im Mittelpunkt steht die Forschungsfrage: Welchen Beitrag leisten poetische und audiovisuelle Ausdrucksformen marginalisierter, insbesondere von Rassismus und Ableismus betroffener Communities in Deutschland zu Bildungsräumen, in denen hegemoniale Ordnungen verhandelt und alternative Gegenwarten und Zukünfte entworfen werden?

Theoretisch ist das Vorhaben im Forschungszusammenhang „Competing Futures“ verortet und nimmt insbesondere die Verwobenheiten von Bildung, Medien und diskursiven Formationen in den Blick. Bildungsräume werden dabei als gesellschaftspolitische Orte verstanden, an denen normative Ordnungen sowie konkurrierende Vorstellungen gesellschaftlicher Zukunft ausgehandelt werden. Multimodale mediale Repräsentationen werden zugleich als zentrale Artikulationsformen zeitgenössischer ästhetischer Widerstandspraktiken untersucht.

Methodisch werden poetische und audiovisuelle Materialien recherchiert, systematisch erschlossen und in einem Text- und Bildarchiv zusammengeführt. Ausgewählte Materialien werden anschließend insbesondere diskursanalytisch untersucht. Im Fokus steht dabei, welche gesellschaftlichen Ordnungen, Subjektpositionen, Erfahrungen von Marginalisierung sowie Vorstellungen von Widerstand, Hoffnung, Gegenwart und Zukunft in und durch die ästhetischen Praktiken hervorgebracht, verhandelt oder infrage gestellt werden.

Das Projekt schafft damit empirische und konzeptionelle Grundlagen für die weiterführende Erforschung hegemoniekritischer ästhetischer Bildungsräume und dient zugleich der Vorbereitung eines größeren Drittmittelvorhabens.

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