Abteilung Prof. Dr. Heinemann

Die Abteilung fokussiert auf Bildungsprozesse in einer durch soziale, kulturelle, geschlechtliche und sprachliche Heterogenität geprägten Migrationsgesellschaft. Im Zentrum von Lehre und Forschung steht insbesondere die pädagogische Professionalisierung im Kontext der Möglichkeiten und Herausforderungen heterogener Lernräume. Schwerpunkte bilden die außerschulische Bildungsarbeit, die Übergänge von Schule in den Beruf, die berufliche Bildung, die Erwachsenenbildung sowie die Hochschulbildung.
Abteilungsleitung
Prof. Dr. Alisha M. B. Heinemann
Stellvertretende Abteilungsleitung
Lisa Vogt
Sekretariat
Martina Klein

Leitkonzept

Intersektionalität

Wir arbeiten mit einem kritischen Diversitätsbegriff, der Diversität a) im Kontext von gesellschaftlichen Machtverhältnissen betrachtet und b) die verschiedenen relevant werdenden Differenzlinien (race, class, gender, sexual identity, ability u. a.) in ihrer Verwobenheit in den Blick nimmt (vgl. Crenshaw 1989).

Diskurs: Struktur – Institution – involviertes Individuum

Wir gehen davon aus, dass das pädagogische Handeln von Individuen durch institutionelle/organisatorische beziehungsweise strukturelle und diskursive Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Diskriminierende Praxen Einzelner müssen daher immer im gesamten System betrachtet werden. Individuen (die pädagogischen Fachkräfte) sind stets Teil des Systems und damit in die herrschenden Diskurse involviert. Doch durch das Kennenlernen reflexiv-kritischer Ansätze besteht die Möglichkeit, das eigene pädagogische Handeln so zu verändern, dass Ungleichheit im Bildungssystem reduziert werden kann.

Awareness-Building als lebenslanger Prozess

Sowohl in der Lehre als auch in der Forschung gehen wir davon aus, dass die Entwicklung eines diskriminierungskritischen und differenzsensiblen Bewusstseins ein dynamischer, lebenslanger Prozess ist. Wir glauben daher nicht an die Möglichkeit, fertige Werkzeugkoffer herstellen zu können, die innerhalb von wenigen Lehr-/Lerneinheiten über Jahrzehnte entwickelte Haltungen auf den Kopf stellen können. Wir setzen daher Impulse, bieten Irritationen, kreieren Utopien und bilden die Freude am eigenen Denken, am eigenen Bildungsprozess aus.

Digitalisierung

Wir glauben daran, dass das Einbinden von digitalen Tools das selbstständige Weiterlernen und Vertiefen von kritischen Denkimpulsen bereichern kann. Neben den damit auch einher gehenden exklusiven Momenten, die Personen den Zugang zu Inhalten erschweren oder verunmöglichen, eröffnet Digitalisierung auf der anderen Seite für viele andere den Zugang auch erst. Vor allem für jene, die dann, wenn sie die Inhalte in ‚Präsenz‘ hätten erarbeiten müssen, eben diese Präsenz nicht hätten möglich machen können (z. B. aufgrund der eigenen zeitlichen beruflichen, familiären Einbindung, der fehlenden Mobilität, der eigenen Sprachkompetenz in der deutschen Wissenschaftssprache, die eine Verlangsamung des Vermittlungsprozesses erfordert oder auch einfach, weil die Präsenzräume nicht barrierefrei zugänglich wären etc.).

Internationalisierung

Gesellschaftliche (lokale) Verhältnisse können nicht ohne globale Zusammenhänge gedacht werden. Die Themen unserer Abteilung sind auf das Engste mit Prozessen der Globalisierung verbunden und werden in Universitäten und NGOs auf der ganzen Welt bearbeitet. Wir sehen es als essentiell an, einem forschungsmethodischen Nationalismus und der Verengung der Episteme auf die Nation Deutschland entgegenzuwirken. Dazu binden wir aktiv die Perspektiven unserer Fachkolleg*innen aus dem globalen Süden und auch anderen Kontexten mit ein, in denen zu Bildung, Ungleichheit und Differenz geforscht wird.

Forschung

Unsere Forschung hat in erster Linie die Professionalisierung pädagogischer Fachkräfte vor dem Hintergrund unseres Leitkonzepts zum Ziel. 

Die Schwerpunkte unserer Abteilung liegen in der 

  • Außerschulischen Bildungsarbeit,
  • dem Übergang Schule – Beruf,
  • der Beruflichen Bildung,
  • der Erwachsenenbildung
  • sowie der Hochschulbildung.

Mitarbeiter*innen der Abteilung

Projekte

  • SteBs – Strukturentwicklung in der Berufschullehrerbildung
    Laufzeit 01. März 2020 bis 31. Dezember 2023
    Dr. Claudia Fenzl , Prof. Dr. Alisha M. B. Heinemann , Prof. Dr. Falk Howe , Lisa Meyne , Michael Sander , Dr. Andreas Saniter , Saman A. Sarabi , Nils Weinowski
    Das Projekt SteBs verfolgt das übergeordnete Ziel, die Bremer Berufsschullehrerbildung strukturell zu stärken und weiter auszubauen und damit einen Beitrag zum Bremer Berufsbildungsdialog zu leisten. Auf Basis einer phasen- und fächerübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den an der Berufsschullehrerbildung beteiligten Akteuren werden Konzepte zur Förderung professioneller Handlungskompetenz von Lehrkräften entwickelt und erprobt.
  • TiQusA – Transkulturalität im Quartier und in der sozialen Arbeit
    Laufzeit 01. Dezember 2019 bis 31. August 2020
    Sarah Ahmed , Prof. Dr. Alisha M. B. Heinemann , Saman A. Sarabi
    TiQusA besteht aus drei Teilprojekten, in denen für die Bereiche der Jugendhilfe, des Zusammenlebens im Quartier und für die Arbeit mit Jugendlichen Fortbildungskonzepte entwickelt werden.
  • BoGyO – Wissenschaftliche Projektbegleitung der Beruflichen Orientierung in der Gymnasialen Oberstufe
    Laufzeit 20. Juni 2019 bis 31. Juli 2021
    Prof. Dr. Alisha M. B. Heinemann , Dominik Schütte , Lisa Vogt
    Viele Abiturient*innen stehen nach dem Schulabschluss vor der Qual der Wahl. Es stehen ihnen hunderte Ausbildungsberufe und tausende Studiengänge offen. Die richtige Entscheidung zu treffen, fällt da schwer. Die Schule als zentraler Ort für die frühe Berufsorientierung junger Menschen steht vor der Herausforderung den individuellen beruflichen Orientierungsprozess von Schüler*innen aktiv mitzugestalten.
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